Roaring Forty

Funkverkehr in den VTGs – Wie verhalte ich mich?

Funkverkehr in den VTGs – Wie verhalte ich mich?

Muss ich mich am Funkverkehr in den VTGs beteiligen?

Irgendwann hat jeder Segler ihn in der Tasche: Du hast Deinen Funkschein und kannst im Schlaf Notrufe absetzen. Mayday, PanPan und Securité sind für dich keine Fremdwörter mehr. Den Kanal 16 und den roten Knopf findest du blind.

 

Funkgerät-Furuno-fm-4800

Was ist aber mit den ganzen anderen Funktionen am UKW-Funkgerät?

Ich gebe es gerne zu: Ich hatte den Funkschein frisch in der Tasche und als die nächste Segelsaison wieder anfing, hatte mein Siebhirn alles vergessen. Jahrelang ruhte ich mich auf den Status einer „nur Mit-Seglerin“ aus, und verließ mich auf andere. Irgendeiner wird wohl damit umgehen können. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich mit immer kleineren Crews unterwegs war. Schließlich segelte ich hauptsächlich double handed, und das bedeutete auch die direkte Auseinandersetzung mit dem Funkverkehr.

Wieso ist das UKW-Funkgerät nützlich?

Natürlich kann man auf Kanal 16 auch Infos über die jeweiligen Wettervorhersagen auf den relevanten Kanälen erhalten. Wichtig ist „die Quatsche“ vor allem in stark befahrenen Seegebieten und VTGs wie vor Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen oder im Englischen Kanal. Inzwischen beherrsche ich die „Funk-Sprache“ und mache mir einen Spaß daraus, jede Dienststelle bei Eintritt in ein Fahrgebiet über mein Eintreten in ihr Territorium zu informieren. Siehe da, die diensthabende Funker in den Traffic Control Centern sind für diese Information dankbar, vor allem bei Nebel oder Nachts. Sie prüfen meinen Standort und teilen mir ggf. CPA´s (closest point to approach) zu anderen Fahrzeugen mit. Diese CPA´s sehe ich natürlich auf meinem Bordrechner auch, aber es ist immer beruhigend zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die die Situation beobachtet.

maas-approach
Abb. 1
VTGs-rotterdam
Abb. 2
wandelaar-approach
Abb. 3

Funkverhalten am Beispiel VTG Maas und Wandelaar Approach

Wie gehe ich also vor? Nehmen wir mal das Beispiel von unserer Fahrt von Ijmuiden nach Boulogne-sur-Mer. Da Jan und ich uns immer Strecken vornehmen, die auch mindestens eine Nachtfahrt beinhalten, haben wir beide Nachts Wache. All Hands on Deck, jedenfalls in VTGs.

Auf Abbildung 1 und 2 siehst du zwei alte Tracks auf iSailor, auf dem einen Track queren wir das VTG tagsüber vorschriftsgemäß im 90°-Winkel. Da es hell war und die Sicht hervorragend, haben wir uns nicht angemeldet. Der zweite Track geht quer durch Maas Centre, ein Gebiet außerhalb des VTGs, aber mit vielen Pilot-Schiffen, die die Lotsen an oder von Bord der Containerschiffen bringen oder holen. Viel Bewegung also – manche rasen mit Höchstgeschwindigkeit durch dieses Gebiet, manche liegen einfach nur rum (bei 0,5 kn Speed immer noch in Fahrt befindlich) und warten auf Einsatz. In der zweiten Abbildung siehst du einen kleinen Haken im unteren Track. Die gleiche Situation mit Kursänderung ist auf dem 3. Bild zu sehen. In beiden Fällen waren wir Nachts mit verminderter Sicht unterwegs.

Wie gehe ich vor?

Ich suche auf der Karte das zuständige Control Center. Auf Bild 3 war das z. B. Wandelaar Approach auf VHF 60. Siehe Bild 3 unten. Ich notiere mir einen Punkt, woher ich komme, das können Koordinaten sein oder eine Untiefentonne in diesem Fall. Ich notiere meinen Kurs, die Geschwindigkeit (das sehen die zwar auch alle, aber es fühlt sich professionell an :-)) und wohin ich will. Also wo ich das Gebiet verlassen will. Ich gehe auf Kanal 60.

ICH: Wandelaar Approach for Roaring Forty. (Ganz gelassen und 1x reicht: Bitte nicht 3x, das ist peinlich – mein Heimvorteil ist hier übrigens die niederländische Sprache, aber es geht auch auf Englisch)

WA (meldet sich sofort auf niederländisch – sinngemäß): Roaring Forty – Wandelaar Approach, guten Abend, sprechen Sie.

ICH: Wir sind ein Fahrzeug unter Segel ohne Motoreinsatz. Ich komme jetzt nördlich der Untiefentonne OHR2 in Ihr Gebiet, behalte den Kurs bei und möchte südlich des VTGs Richtung Calais.

WA: Überhaupt kein Problem, ich sehe da keine Schwierigkeiten. Fahren Sie Ihren Kurs fort.

ICH: Vielen Dank und gute Wache

WA: Gute Fahrt.

—  Etwas später haben wir ihn wieder angefunkt, weil uns der lange Schlag durch diesen Knotenpunkt im VTG zu unsicher schien. —

ICH: Wandelaar Approach for Roaring Forty.

WA: Roaring Forty sprechen Sie.

ICH: Wir nähern uns bei Westhinder das VTG Kreuz und würden gerne bei Fairy Banks den Kurs ändern und das Fahrwasser in Richtung Untiefentonne Bergues Bk-N kreuzen. Sehen Sie ein Problem?

WA: Kein Problem, all clear

Maas Control

Der kleine Haken auf der 2. Abbildung ist entstanden, nachdem wir ein entgegenkommendes Fahrzeug hatten und das CPA immer kleiner wurde. Wir wussten aus dem Funkverkehr auf dem Kanal, dass das Fahrzeug ein Schlepper war, der sich ebenfalls angemeldet hatte. Der Funkverkehr unterschied sich nur von unserem Standard-Vorgehen, weil wir nach der Anmeldung vom Control Center darauf aufmerksam gemacht wurden, dass das entgegenkommende Fahrzeug ein Schlepper ist mit 2 Schuten à 400 Meter! Wir sollten den Motor anmachen und sehen, dass wir Platz machen. Das sieht man auf dem Plotter natürlich nicht, eventuell wenn man einen Radar an Bord hat. Wir haben daraufhin mit dem Schlepper Kontakt aufgenommen.

ICH: Schlepper XYZ for Roaring Forty

— keine Antwort —

ICH: Schlepper XYZ for Roaring Forty

Schlepper: Roaring Forty Schlepper XYZ

ICH (auf niederländisch): Wir sind ein Fahrzeug unter Segel ohne Motoreinsatz, xx nm östlich von Ihnen. Haben Sie uns auf Ihrem Bildschirm?

Schlepper: Ja ich habe Sie. Unser CPA zeigt xx nm. Wir sind auf Kollisionskurs. Beachten Sie, dass ich 2 Schuten von je 400 m hinten dran habe. Ich kann nicht ausweichen, das kostet mich eine Stunde.

ICH: Wir können anluven und mit Kurs 180° das Fahrwasser verlassen, wäre das eine Option? (Keine Panik und immer freundlich)

Schlepper: Das sieht gut aus, dann haben wir kein Problem.

ICH: Vielen Dank und gute Wache

WA: Gute Fahrt.

So einfach ist das.

Anschließend habe ich das Control Center auch noch über unsere Kursänderung informiert, obwohl die alles mithören. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie diese Informationen dankbar annehmen. Der Ton fällt deutlich unangenehmer aus, wenn man sich nicht meldet. Wir sind auch schon mal für alle auf den Kanal hörbar zur Sau gemacht worden, weil wir quer durch ein Pilot-Gebiet (Lotsen) gesegelt sind.

Am nächsten Tag sind wir entspannt um das Cap Gris Nez gesegelt und nach Boulogne eingelaufen. Natürlich hatten wir den Zoll auch mal wieder an Bord und dafür ist das Funkgerät auch gedacht 🙂 Der Zoll kommt uns gerne besuchen. Total nervig … Wer das mit uns üben möchte, findet hier bestimmt einen passenden Törn.

Zoll an Bord

Einfahrt BoulogneBoulogne bei Ebbe

Offshore segeln auf Rennyachten – Inspirationen für Frauen

Offshore segeln auf Rennyachten – wo sind die Langstrecken-Seglerinnen?

Women Offshore YouTubeHeute nehme ich den Women Offshore- Facebook-Beitrag von der Helga Cup-Gruppe als Anlass für meinen Oster-Post :-)! Nachdem ich mich durch den Helga Cup persönlich davon überzeugen konnte, dass es in Deutschland sehr viele Frauen gibt, die sich für Offshore segeln interessieren, habe ich mir als begeisterte Langstrecken und Regatta-Amateur-Seglerin zum Ziel gesetzt, diese Zielgruppe zu vereinen, zu fördern und zu unterstützen. Wenn Euch das Video aus dem Beitrag anspricht, seid Ihr ab heute hier richtig! Informationen über die Storm Trysail Foundation findet Ihr weiter unten.

In dem Women Offshore Video von der Strom Trysail Foundation bekommst Du:

  • Ratschläge von einigen der erfahrensten Frauen im Offshore-Yacht-Rennsport
  • Wie man in die Szene hineinkommt
  • Informationen über die Herausforderungen, die damit verbunden sind
  • Infos über Missverständnisse in Bezug auf Können, Sicherheit, Komfort
  • Tipps zur richtige Vorbereitung sowie
  • Erfahrungsberichte über die Freuden des Blauwassersegelns

 

Seglerinnen im härtesten Rennen um die Welt

Beim härtesten Rennen um die Welt, dem Volvo Ocean Race sind in diesem Jahr 23 Frauen dabei. Viele davon sind Segel Olympioniken, aber viele kommen auch aus der Mini Transat- oder Class 40 (Transat Jacques Vabre)-Szene wie Justine Mettraux und haben Erfahrung auf schnelle Rennyachten mit Doppelrudern.

Willst Du auch diesen Speed spüren und das offshore Segeln auf solchen Yachten erleben? Dann helft mit und lasst uns eine Plattform für Offshore Frauen schaffen, denn wir haben das passende Boot!

Um für Eure Wünsche ein passendes Angebot zu entwerfen, habe ich eine Umfrage erstellt:

Storm Trysail Foundation

Die Storm Trysail Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung der Ausbildung junger Segler, der Sicherheit von Jugendlichen auf See und des internationalen Regattasports auf Big Boats verschrieben hat. Sie schließt die Lücke zwischen dem Erlernen des Segelsports und dem Werdegang zum versierten Blauwassersegler oder Langstreckensegler durch ein nationales Programm von Veranstaltungen, wie z.B. Junior Safety at Sea Seminare und Big Boat Racing.

Wie John Fisher, Präsident der Storm Trysail Foundation, schon sagt: „Wir erkennen, dass die Zahl der Frauen, die Offshore-Rennen oder Blauwasserfahrten unternehmen, enttäuschend gering ist. In einer Zeit, in der viele Big Boat-Regatten eine abnehmende Beteiligung verzeichnen, ist alles, was wir tun können, um mehr Menschen zu ermutigen, dorthin zu kommen, von entscheidender Bedeutung…“. Okay, solche Bedenken könnten natürlich von Sponsoren getrieben sein, die um Ihre Werbeflächen fürchten, aber ich finde, wir können das Gegenteil beweisen!

Die richtige Segelausrüstung

Jeder erfolgreiche Segeltörn steht und fällt mit der richtigen Segelbekleidung. Schaut auf unserer Seite vorbei, wenn Ihr Euch neu ausstatten wollt. Demnächst veröffentlichen wir auch noch eine extra Shop-Seite für Segelbekleidung: segelbekleidung-kaufen.shop

 

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Brasilien – Azoren: Roaring Forty rollin´ home

News von Roaring Forty

Roaring Forty Ansteuerung Azoren

Mit fast dreimonatiger Verspätung, bedingt durch die Entzündung und OP an Jan´s Bein, liegt die Roaring Forty jetzt in Horta auf den Azoren. Bald geht´s weiter nach Frankreich. Ab sofort gibt es von dort Törns zum vergünstigten Preis!

Kalmen und Flauten auf dem Atlantik

Wir hatten mit ihr eine einmalig schöne Reise, die durch Flautenzonen südlich der Azoren etwas länger dauerte. Insgesamt war der Törn aber durchaus angenehm. Da es für mich der erste Transatlantik-Törn war, bin ich über die Schwachwind-Veranstaltung (wie Jan sagt) gar nicht traurig. Am Ende haben wir für rund 3.000 nm genau 3 Wochen gebraucht und sind damit in unserem Zeitplan geblieben. Ich habe einen Reisebericht mit Tips geschrieben, den ich zu gegebener Zeit veröffentlichen werde, uns schließe hier mal mit einigen visuellen Impressionen ab. Den Tracker könnt Ihr Euch auf https://my.yb.tl/roaringfortyaroundtheworld/4756/ ansehen.

 

 

 Malereien-Mole-HortaRoaring Forty in der Marina Horta Ansteuerung Marina Horta auf Faial, Nachbarinsel Pico Porto-Pim-Bay

 

 

 

Transatlantik-Segeltörn – letzte Vorbereitungen

transatlantik segeltörn teamocean60

Roaring Forty UrlaubsmodusRoaring Forty Heck BewuchsVöllig unbeeindruckt von den Ereignissen der letzten Monate streckt sie uns ihren breiten Hintern entgegen. Entspannt liegt sie da, unsere Roaring Forty. Und sieht gar nicht mal so schlecht aus. 
Wir hatten mit einem viel stärkeren Bewuchs gerechnet und mit kaputtem Tauwerk. Aber wir haben Glück –  das Wetter spielt auch hier verrückt und die Regenzeit hat viel früher angefangen. Der Himmel ist relativ oft wolkenverhangen und das ganze Schiff wird häufig von Regenschauern gewaschen. 

 

Bordleben in den Tropen

Fischer auf Rio ParaibaInnen sieht es dann schon anders aus. Man sollte in den Tropen auf Blech und Aluminiumdosen verzichten. Funktioniert nicht. Alles gammelt extrem schnell vor sich hin und ich entsorge fleißig. Das nächste Mal investiere ich mächtig in Tupperware. Nach Urlaub sieht es hier erst einmal nicht aus. Alles was innen gestaut ist, kommt nach draußen und wird aussortiert, oder abgewaschen und wieder einsortiert. Die Wände und Böden müssen gewaschen und, für mein Wohlgefühl, desinfiziert werden. Ich scheine überhaupt von Jan´s Infektion traumatisiert zu sein und hantiere mit antibakteriellen Feuchtigkeitstüchern und Sprays wie nie zuvor. Dazu kommt, dass sich die Mücken schon nach einigen Stunden auf mich gestürzt haben und ich mindestens 30 Mückenstiche zähle, die mich in den Wahnsinn jucken. Jetzt bloß nicht kratzen!

 

Bordapotheke

BordapothekeDas Trauma führt jedenfalls zu einer üppigen Bordapotheke, die ich inzwischen auf 4 Behälter verteilen muss. Für jeden Behälter habe ich den Inhalt akribisch aufgelistet, und wie viel davon. Zu den verschiedenen Schmerzmitteln habe ich Stichpunkte geschrieben, gegen welche Beschwerden sie genommen werden sollen. Antibiotika haben wir ebenfalls reichlich, sogar 2 unterschiedliche. 

 

Gepäck

Wir sind von Hamburg mit fly TAP über Lissabon geflogen, was vom Preis-Leistungsverhältnis vollkommen in Ordnung war. Wir haben es tatsächlich geschafft, uns an den Gepäckregeln zu halten und ich habe nichts vergessen 🙂 DHL hat uns im Stich gelassen und eine Rolle mit Segeltuch für Reparaturen ist abhanden gekommen. Zum zweiten Mal in 5 Jahren verschwindet ein Paket spurlos!
BR2 bei Segelbekleidung-mietenDafür wurde mir ein Paket von Segelbekleidung-mieten.de unverzüglich zugestellt (nicht mit DHL) und jetzt bin ich Offshore-mäßig ausgestattet. Die Jungs machen nicht nur aus e-Commerce-Sicht einen perfekten Job. Der ganze Miet-Vorgang ist super klar erklärt und die Abwicklung gut vorbereitet, so dass der gestresste Kunde überhaupt nicht nachdenken, sondern einfach den Anweisungen befolgen muss. Der Karton mit Klappdeckel ist für den Rückversand mit Klebestreifen und Retoure-Aufkleber vorbereitet.

 

Sicherheitsausrüstung und Bordtechnik

In Januar hatte Jan schon Christoph Lapawa vom TransOcean-Stützpunkt kennengelernt, der uns jetzt freundlicherweise für die Ankunft kalte Bierchen und Kekse besorgt hat. Er wird uns bei diversen technischen Aufgaben helfen und das Segel reparieren. Die Sicherheitsausrüstung, die unter Deck verstaut war, kommt wieder nach oben und ich bin ganz ehrlich: ich lese mir jede Anleitung noch einmal durch und übe notwendige Handgriffe wie ein Segelschüler. Zum Beispiel müssen beim Rettungskragen zuerst der Clip unten und der Treibanker gelöst werden, logisch, aber besser ich kann das mit geschlossenen Augen, denn an Bord ist keiner der mich korrigieren kann. Dann die Rettungsinsel: Habe ich schon mal geübt, aber wie war das noch mal?
Stück für Stück werden wir uns diese Woche noch durch die Bordtechnik und ihren Zustand arbeiten und ich finde 2 Wochen Vorbereitungszeit nun doch knapp. Es ist unmöglich in dieser Hitze wie gewohnt zu arbeiten, wenn das Thermometer um 10 Uhr morgens schon auf 30°C steigt.

 

Das Rigg und das Bein

WantenspannerWie bereits erwähnt liegt die Roaring Forty nicht nur wegen der Entzündung an Jan´s Bein hier in Jacaré, sondern letztendlich wegen eines losen Intermediates. Gleich zwei Tage nach der Ankunft kletterte Jan auf die erste Saling, um sich den Wantenspanner anzusehen und neu anzuziehen. Die Wantenspanner sind die gleichen wie unten in den Püttingen an Deck und die Sicherung gibt uns Rätsel auf. Die untere Kappe scheint zwar die Funktion einer Sicherung zu haben, aber auch wenn sie sich mit der Nut in die Nase des Spanners fixieren lässt, dreht sie sich trotzdem und die Wantenspannung lockert sich. Kann es sein, dass der kleine Gummiring in der Kappe das verhindern sollte und jetzt abgenutzt ist? Wir haben hier nun zu Dritt (mit einem Maschinenbauer) gerätselt, aber dass dieses Want sich gelöst hat, ist für uns technisch nicht nachvollziehbar. Dafür wurde hier Jan´s Bein gerettet und das ist doch auch schon mal was.

Nachher werden wir meinen Geburtstag feiern und mit einem Mietwagen die Umgebung erkunden. Sonntag gehen die Vorbereitungen wieder weiter und die Fortsetzung folgt …

 

Bald geht´s weiter mit Roaring Forty und Jan – Segeln zum Azorenhoch!

Ein weiterer Schritt in der Planung steht:

In der zweiten Februarwoche geht es über Fernando de Noronha wieder zurück in den Norden. Die erste Strecke zu den Azoren wird double handed zurückgelegt und wird je nach Wetterlage erst einmal mehr oder weniger weiter nach Westen verlaufen, bis spätestens auf 30°N Horta anvisiert wird. 

Segeln zum Azorenhoch

Wir werden mit der Roaring Forty in März auf den Azoren bleiben und Day Sailing anbieten. Wer immer schon mal die Azoren kennen lernen wollte, hat jetzt zusätzlich noch die Gelegenheit Jan und Roaring Forty kennenzulernen. Die Flüge nach Horta sind gar nicht teuer (flytap.com) und wann kommt man mal wieder in so ein exotisches Segelrevier? Inmitten des Atlantiks gelegen verfügen die Azoren über ein subtropisches Klima. Im Januar und Februar ist es mit durchschnittlich 16,6 Grad am kühlsten und die Wassertemperatur sinkt nie unter 17°C. Das mittlere Temperaturmaximum in März liegt bei 16,8°C und das mittlere Temperaturminimum bei 12°C. Unendlich viele Sonnenstunden gibt es hier nicht, da oft eine Wolkendecke über den Inseln liegt, aber die Küste muss atemberaubend sein und es gibt Wale Whalewatching .

Day Sailing buchen könnt Ihr hier.


Flyer Segeltörns Roaring Forty März bis Mai 2017 (24 Downloads)

Tagestörns von Horta - WhalewatchingWhalewatching vor den Azoren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über das große Aus und Gedanken zur Rücküberführung

Aufgabe - Jan HamesterAufgabe

Er hat sich das sicher anders vorgestellt, aber aus medizinischen Gründen musste Jan Hamester mit der Roaring Forty nun doch einen Hafen anlaufen. Damit ist der Versuch, nonstop um die Welt zu segeln leider gescheitert. Vor der Insel Fernando de Noronha hatte Jan einige Tage geankert, um das Bein zu schonen, und wollte danach wieder Fahrt aufnehmen. Nachdem die Entzündung und die Schwellung am Bein durch die Behandlung mit Antibiotika zurückgegangen waren, setzte Jan am 5. Januar sein Abenteuer wieder fort. Er wollte es langsam angehen lassen und in Küstennähe bleiben. Für den Fall, dass das Bein doch wieder Probleme machen sollte. Es folgten 1,5 Segeltage unter starken Schmerzen. Dazu kamen neue Probleme mit losen Mittelwanten und die Erkenntnis, so nicht mal in den Mast klettern zu können. Schließlich fiel die Entscheidung Joao Pessoa anzulaufen und aufzugeben.

Gedanken zur Rücküberführung

Jetzt liegt die Roaring Forty am Fluss Rio Paraiba in der Marina Jacaré Village. Jan wurde letzten Montag ambulant operiert und versucht sich in der Anlage zu entspannen. Zum Glück haben wir mit der Marina einen ruhigen Rückzugsort gefunden, wo er zwei Tage die Bar von Nicholas rot geblutet hat, wie Nicole Buchmann in ihrem Reiseblog schrieb. Die ganze Geschichte findet ihr in der Yacht online

roaring-forty-jacare-brasilienangeln-thun-roaring-forty

Nach der Enttäuschung sind wir aber jetzt soweit, über die Rücküberführung nachzudenken. Es gibt zwei Möglichkeiten, und Ihr könnt mit! Schreibt uns bei Interesse einfach eine Mail.

1. Langsame Variante mit Karibik 
Start Marina Jacaré Village – Fernando de Noronha – mit dem Guyanastrom an der Nordbrasilianischen Küste nach Norden in die Karibik (Stops in Fortaleza und Sao Luis möglich) – Tobago – diverse Karibikinseln – Bermudas – Azoren.

2. Schnelle Variante über Azoren nach Frankreich 
(als Besenwagen der letzten Vendée Globe Jungs :-)) Start Marina Jacaré Village – Fernando de Noronha – Azoren (Horta, ca. 2.500nm) – A Coruna – Brest.

 

Update Sonntag, 15. Januar 2017
Sieht aus, als ob die schnelle Variante das Rennen macht. Ernsthafte Anfragen für die lange Strecke bis zu den Azoren liegen vor, hier gibt es nur eine Warteliste.

 

Atlantik Strömungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weihnachtsgrüße von der südlichen Halbkugel

Zwischenstand aus der Nähe von Fernando de Noronha

Update Solo Weltumseglung mit Jan & Roaring Forty: Nach einem relativ zügigen Schlag von den Kanaren in Richtung Brasilien kam es vor der Inselgruppe Fernando de Noronha zu einer ungeplanten Pause auf See. Ein kleiner Kratzer am linken Bein hatte sich entzündet und der Unterschenkel schwoll auf doppelte Dicke an. Ohne passendes Antibiotika an Bord war die Entzündung nicht in den Griff zu bekommen. Jan setzte verschiedene Male ein “all Ships call” ab, ohne Erfolg. Auf dem Äquator herrschte große Leere. Schließlich gelang es ein entgegenkommendes Schiff unter türkischer Flagge anzufunken. Dank der besonnenen Manöverführung des Kapitäns und seiner freundlichen Besatzung wurde ein Container mit Antibiotika und Verbandsmaterial zu Wasser gelassen. Jan schaffte es den Container an Bord zu angeln. Unsere medizinische Betreuung empfahl die Inselgruppe um Fernando de Noronha anzusteuern, um für alle Fälle in Landnähe und medizinischer Reichweite zu sein. Das Antibiotika hat auf jeden Fall angeschlagen und die Entzündung ist zurückgegangen. Jetzt müssen Unterschenkel und Fuß nur noch eine normale Form annehmen, und dann kann es weiter gehen!

Zielkurs Kanarische Inseln

Roaring Forty Track in den Sturm

Roaring Forty vor Brest

Die Fahrt über die Biskay lief soweit ganz gut, nach 40 Stunden lag La Coruna quer ab. Danach war der Plan schon mal ordentlich “Westen” zu machen. Auf der Höhe von Lissabon kam es aber ganz anders. Wetterwelt empfahl uns den kommenden Tiefs auszuweichen und Kurs nach Osten zu korrigieren. Einen Riesenschlenker, der sich wettertechnisch nicht vermeiden ließ. Der Kurs unter der Küste Marroko´s sollte unter dem letzten Tief verlaufen. Auf dem Wetterbild links sieht man die Situation am Samstag vor El Jadida, wo die Roaring und Jan dann doch noch das Randgebiet vom Tief abbekommen haben. Für die beiden hieß das volle Kreuz gegen SW-Wind, bei über 40kn Windgeschwindigkeit und 7-Meter-Wellen, bei den Jan zum Teil selber steuern musste.
Heute hat zum Glück der Spuk ein Ende und nach dem Aufklaren kann Jan trocknen, essen und entspannen 🙂 Aktuell nimmt er wieder Fahrt auf und die Wettersituation sieht ganz gut aus: Wind aus NW, 10kn, heute Abend auf NNW drehend und schließlich NO, für den perfekten Downwindkurs. Da geht hoffentlich was!

Nach Flaute kommt Sturm

Wetterkarten Atlantik Entwicklung

Es gibt keine Ruhe an Bord der Roaring Forty. Heute Nachmittag blieb das Satellitentelefonat dementsprechend kurz und die Verbindung schlecht. Erholung gibt es demnächst in einer Schwachwindphase und Samstag müssen die beiden zusehen, dass sie zwischen den Kanarischen Inseln sind, denn ein Tief auf der Höhe Gibraltars bringt Böen in 10-11 Bft und 7 Meter hohe Wellen. Infos gibt´s auch auf https://www.facebook.com/WetterWelt.GmbH/posts/1159125940802431