Neuigkeiten von Roaring Forty –

Neuigkeiten von Roaring Forty –

Segeln mit Roaring Forty: Wir verlängern die Segelsaison auf den Kanaren!

Es scheint eine Tradition zu werden, dass unsere Class 40 Roaring Forty Ende Oktober gen Süden segeln will. 2016 sollte es mit Jan Hamester einen Rekordversuch nonstop um die Welt geben. Der Versuch endete 2 Monate später jäh mit einer Entzündung am Bein. Eine angehende Sepsis zwang zur Aufgabe vor Cabedelo in Brasilien. Das Bein wurde gerettet, Jan ist inzwischen wieder in Deutschland, auch wenn sein Gesundheitszustand noch nicht optimal ist.

Was ist mit Roaring Forty seitdem passiert?

2017 war gesundheitlich ein durchwachsenes Jahr, aber immerhin mit viel gesegelten Meilen, denn die Roaring Forty musste wieder zurück nach Deutschland. Mai 2017 sind wir von João Pessoa am Rio Paraiba zu den Azoren gesegelt (Beitrag vom 20.06.2017). Nach einer kurzen Pause in Deutschland haben wir Roaring von den Azoren über Brest und durch den Englischen Kanal nach Glückstadt gesegelt. Hier kannst du das Video dazu ansehen.

2018 steht im Zeichen des Refits. Immer noch. Denn die Roaring Forty soll als Ausbildungsschiff eingesetzt werden. Kein einfaches Unterfangen, wenn man für die notwendige Zulassung (SeeBG) bei Null anfangen muss. Das Schiff hat nämlich kein CE-Zeichen. Aber das hält uns nicht davon ab, die Zulassung trotzdem voranzutreiben. Auch wenn wir (oder eher ich) uns aufgrund von Behördenwillkür manchmal am Rande des Wahnsinns befinden.

Roaring Forty U Schiff neu

Was wurde an der Roaring Forty gemacht?

Im Mai wurde das Thema Nachzertifizierung angegangen und wir haben mithilfe des Ingenieurbüros H-PMC und der Yachtwerft Glückstadt unter Aufsicht der Dienststelle Schiffssicherheit eine Minimalkrängung durchgeführt. Die anschließenden Berechnungen waren wohl nicht einfach, gaben uns aber die Möglichkeit in Ruhe das Schiff aus dem Wasser zu holen und das Unterwasserschiff komplett abzuschleifen und neu aufzubauen.

Einzelne Gewerke:

  • Unterwasserschiff, Kiel, Ruderblätter komplett abgeschliffen
  • Stellen am Kielflansch neu laminiert
  • Unebenheiten ausgespachtelt
  • Ruderblätter hinten oben mit Epoxy Laminat an einigen Stellen ausgebessert (Beschädigungen von der Ankerkette)
  • Geschliffen, geprimert mit Nautix HPE
  • Wieder geschliffen, zwei Schichten A9 Speed Fluo auf Ruderblättern und Kiel
  • Zwei Schichten Nautix A4 Formula+
  • Beschädigungen und Dellen am Rumpf ausgespachtelt, geschliffen, geprimert, geschliffen und neu gestrichen, geschliffen, neu gestrichen, usw
  • Beschädigte Kante (Spoiler) am Heck mit Epoxymatten neu aufgebaut, geschliffen, geprimert, geschliffen und neu gestrichen
  • Beschädigungen Genakkerbaum ausgespachtelt, geschliffen, geprimert, geschliffen und neu gestrichen
  • Hydrogenerator wird wieder am Heck angebracht

An Deck neu:

  • Signalfarbe orange an Deck neu gestrichen
  • Neues laufende Gut von Lyros
  • Wasserauslässe (Wasserbalast) neu befestigt und laminiert

Im Schiff neu:

  • Victron Ladegerät eingebaut
  • Neues UKW-Gerät von Foruno mit Notstrombatterie
  • Neues Navtex-Gerät
  • Neuer Bordcomputer mit Seekarten, Wetterdaten
  • Heizung Planar 2D eingebaut
  • Mobile Kühlbox auf 12 V
  • Fast alle Teile am Lombardi Motor ausgetauscht wie Wasserpumpe, Zahnriemen, Keilriemen, alle Filter, Spannrolle
  • Venus Wasserauffangbehälter und Schläuche ausgetauscht
  • AIS und GPS-Kabel und Antennen
  • Autopilotfehler behoben
  • Schaltung gewartet

Warum hat das jetzt so lange gedauert?

Paul-Posch-am-GennakerbaumWir haben fast alles selbst gemacht, mit Paul Posch, unserem „Bootscaptain“ und angehendem Skipper am Boot gearbeitet und gefühlt die meiste Zeit mit schleifen am Unterwasserschiff und Schichten streichen verbracht. Dazu kommen lange Wartezeiten auf Handwerker (es gibt definitiv einen Mangel), Ersatzteile für den Motor und Verzögerungen bei der Abnahme. So wurde z. B. unser Navtex-System via iCom-Gerät und Bordcomputer nicht akzeptiert (obwohl es mehr kann und bei anderen Schulschiffen abgenommen wurde) und es musste schnell ein standard Navtex-Gerät her. Schiffbesitzer kennen das: So ein Schiff ist ein Fass ohne Boden. Oder eine Geldvernichtungsmaschine, wie eine Ehefrau von einem Schiffsbesitzer es mal formulierte.

 

Hamburg – Kanaren (fast) non stop. Warten auf das richtige Wetterfenster

Jetzt freuen wir uns aber auf den nächsten Winddreher, der am Samstagabend für NO sorgt :-)! Sonntag, spätestens Montag kann es von Glückstadt nach Scheveningen losgehen. In Scheveningen stellen wir unsere Roaring Forty einer bekannten Segelschule vor und dann geht’s ab nach Brest. Brest wird noch mal als Zwischenstopp für das richtige Wetterfenster der Biskaya-Überquerung genutzt und für den letzten (hoffentlich nicht allerletzten :-)) Einkauf. Von Brest geht es dann direkt zu den Kanaren. Eventuell nehmen wir Madeira noch mit, kommt auf den Wind an. Wie immer.

Mit dabei: MUSTO – Wir testen Musto BR2 und Musto MPX

Damit wir dir beim Kauf deiner neuen Segelbekleidung in Zukunft weiterhin optimal beraten können, werden wir mal wieder testen. Mit dabei sind Musto BR2 und Musto MPX, außerdem einige erste Schichten und Zwischenlayer. Wir werden berichten!

Wie könnt Ihr uns folgen?

Natürlich auf Marine Traffic oder auf unserem Yellow Brick Blog:

YB-Tracker


 

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Mitarbeitern der Yachtwerft Glückstadt bedanken, die mit stoischer Gelassenheit meine Planänderungen zur Kenntnis nehmen mussten. Ich verstehe, dass die Werft gerne unkomplizierte, solvente Kunden hat und meine Erscheinung Stirnrunzeln erzeugt. Ich kann es ihnen nicht übel nehmen 🙂 Insbesondere bedanke ich mich bei den Mitarbeitern der Werkstatt, die uns immer geholfen und Geräte ausgeliehen haben. Von der Schleifmaschine über die Stichsäge bis zur Flex. Ups, das dürfte der GF vielleicht nicht gefallen. DANKE!

 

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